Frau K und die absolut seltsame Sache mit schlechtewitze.com 7 Frau K war Bio-Lehrerin an einem Gymnasium. Sie unterrichtete Englisch und ihre berühmteste Klasse war die 8d. Die 8d war nicht berühmt für ihre Vokabelkenntnisse. Oder für ihre Konzentration. Nein. Die 8d war berühmt für heimliche iPad-Aktivitäten. Und Frau K war berühmt dafür, iPads blitzschnell einzusammeln. Ihr sechster Sinn war legendär. Manche Schüler behaupteten, sie könne spüren, wenn jemand nicht auf GoodNotes war. Der Unterricht begann. „Good morning“, sagte Frau K. „Good morning“, murmelte die Klasse. „iPads auf GoodNotes.“ Alle öffneten GoodNotes. Zumindest… fast alle. Ganz hinten saß Tim. Tim hatte einen Plan. Ganz vorsichtig öffnete er einen Browser. Dann tippte er eine Adresse ein: schlechtewitze.com Tim grinste. Auf der Seite stand: Warum können Skelette so schlecht lügen? Weil man durch sie hindurchsieht. Tim musste lachen. Sehr leise. Leider war Frau K gerade in diesem Moment ungewöhnlich still geworden. Die Klasse merkte es sofort. Das bedeutete meistens nur eins. Gefahr. Langsam drehte sich Frau K um. Sie ging durch die Reihen. Schritt. Für Schritt. Als sie bei Tim ankam, sah sie auf das iPad. Sie sagte nichts. Absolut nichts. Dann las sie laut vor: „Warum können Skelette so schlecht lügen? Weil man durch sie hindurchsieht.“ Die ganze Klasse lachte. Frau K seufzte. „Tim.“ „Ja?“ „Das ist wirklich ein sehr schlechter Witz.“ „Das ist ja der Sinn der Seite.“ Frau K streckte ihre Hand aus. „iPad.“ Tim gab es ab. Sie ging nach vorne und legte es auf den Tisch zu den anderen eingesammelten Geräten. Dann begann sie wieder mit dem Unterricht. „Heute sprechen wir über Zellatmung.“ Die Klasse stöhnte. Doch plötzlich hörte man von vorne ein leises Kichern. Die Klasse schaute nach vorne. Frau K saß am Lehrerpult. Sie hatte Tims iPad in der Hand. Und sie las weiter auf schlechtewitze.com. Sie murmelte: „Warum ging der Pilz auf die Party? Weil er ein Champignon ist.“ Sie musste lachen. Die ganze Klasse war komplett still. Lukas flüsterte: „Hat sie gerade… über einen Pilzwitz gelacht?“ Anna nickte langsam. Frau K bemerkte plötzlich die Blicke der Klasse. Sie räusperte sich. „Ähm.“ Sie legte das iPad schnell weg. „Also… zurück zur Zellatmung.“ Kurze Pause. Dann sagte sie: „Aber… der Champignon-Witz war tatsächlich ganz gut.“ Die Klasse brach in Gelächter aus. Das echte Leben von Frau K Was die 8d nicht wusste: Frau Ks Leben außerhalb der Schule war ziemlich… normal. Vielleicht sogar zu normal. Sie wohnte in einer kleinen Wohnung mit: • einer Pflanze, die immer halb tot aussah • einem Regal voller Biologie-Bücher • und ungefähr 37 roten Korrekturstiften Nach der Schule machte sie meistens drei Dinge: 1. Arbeiten korrigieren 2. Tee trinken 3. aus Versehen zu lange im Internet bleiben Eines Abends öffnete sie wieder schlechtewitze.com. Sie dachte: Nur kurz. Das dachte sie jeden Abend. Sie klickte auf einen Witz. Dann noch einen. Dann noch einen. Man konnte auf der Seite auch Witze bewerten. Und irgendwann schrieb sie unter einen Witz: „Das ist der schlechteste Witz, den ich je gelesen habe.“ Zwei Minuten später kam eine Antwort.
Von einem Benutzer namens Matthias. „Danke. Genau das ist das Ziel der Seite.“ Frau K schrieb zurück: „Dann machen Sie Ihren Job sehr gut.“ Matthias antwortete wieder: „Ich betreibe die Seite seit 6 Jahren. Schlechte Witze sind meine Leidenschaft.“ Frau K fand das… erstaunlich interessant. Nicht romantisch. Nicht kitschig. Einfach komisch. Also schrieben sie manchmal. Über Witze. Über Schule. Über seltsame Dinge im Internet. Matthias erzählte, dass er die Seite alleine betreibt. Server, Design, alles. Frau K erzählte von ihrer Klasse. Vor allem von der 8d. Matthias schrieb einmal: „Ihre Schüler sind wahrscheinlich die größte Werbekampagne meiner Seite.“ Die seltsame Einladung Nach ein paar Wochen schrieb Matthias: „Ich mache bald ein kleines Treffen für Leute, die die Seite mögen.“ Frau K fand das erstmal merkwürdig. Wer trifft sich freiwillig wegen schlechter Witze? Aber sie war neugierig. Und ihr Leben war ehrlich gesagt gerade nicht besonders spannend. Also ging sie hin. Das Treffen war in einem kleinen Café. Matthias war… ziemlich normal. Vielleicht sogar zu normal. Er war Anfang dreißig, trug einen Hoodie und redete sehr viel über Internetseiten. Sie redeten über: • Schule • dumme Witze • warum Menschen über schlechte Witze lachen Alles wirkte irgendwie harmlos. Aber irgendetwas war auch… seltsam. Matthias wusste plötzlich sehr viel über Frau K. Mehr als sie gedacht hatte. „Du unterrichtest doch die 8d, oder?“ Frau K runzelte die Stirn. „Das habe ich glaube ich nie geschrieben.“ Matthias lächelte nur. „Man findet vieles im Internet.“ Das Gespräch wurde danach etwas komisch. Das Ende Ein paar Wochen später kam Frau K nicht mehr zur Schule. Die 8d fand das zuerst natürlich großartig. „Vertretungsstunden!“ „Kein Unterricht!“ Doch nach ein paar Tagen wurde es merkwürdig. Niemand wusste genau, warum sie fehlte. Dann hörte man irgendwann ein Gerücht. Die Polizei untersuchte etwas. Irgendwas hatte mit Matthias zu tun. Mit der Webseite. Und mit jemandem, der viel zu viel über andere Leute wusste. Die Seite schlechtewitze.com existierte übrigens kurze Zeit später nicht mehr. Einfach weg. Offline. Und Frau K… war für immer verschwunden. Seitdem öffnet niemand in der 8d mehr heimlich Webseiten im Unterricht. Aber manchmal sagt jemand: „Warum ging der Pilz auf die Party?“ Und die Antwort kommt automatisch: „Weil er ein Champignon ist.“ Dann wird es kurz still. Und alle merkten manche dinge im internet sind einfach zu gefährlich...
Fritte2012®️
Frau K und die absolut seltsame Sache mit schlechtewitze.com 7 Frau K war Bio-Lehrerin an einem Gymnasium. Sie unterrichtete Englisch und ihre berühmteste Klasse war die 8d. Die 8d war nicht berühmt für ihre Vokabelkenntnisse. Oder für ihre Konzentration. Nein. Die 8d war berühmt für heimliche iPad-Aktivitäten. Und Frau K war berühmt dafür, iPads blitzschnell einzusammeln. Ihr sechster Sinn war legendär. Manche Schüler behaupteten, sie könne spüren, wenn jemand nicht auf GoodNotes war. Der Unterricht begann. „Good morning“, sagte Frau K. „Good morning“, murmelte die Klasse. „iPads auf GoodNotes.“ Alle öffneten GoodNotes. Zumindest… fast alle. Ganz hinten saß Tim. Tim hatte einen Plan. Ganz vorsichtig öffnete er einen Browser. Dann tippte er eine Adresse ein: schlechtewitze.com Tim grinste. Auf der Seite stand: Warum können Skelette so schlecht lügen? Weil man durch sie hindurchsieht. Tim musste lachen. Sehr leise. Leider war Frau K gerade in diesem Moment ungewöhnlich still geworden. Die Klasse merkte es sofort. Das bedeutete meistens nur eins. Gefahr. Langsam drehte sich Frau K um. Sie ging durch die Reihen. Schritt. Für Schritt. Als sie bei Tim ankam, sah sie auf das iPad. Sie sagte nichts. Absolut nichts. Dann las sie laut vor: „Warum können Skelette so schlecht lügen? Weil man durch sie hindurchsieht.“ Die ganze Klasse lachte. Frau K seufzte. „Tim.“ „Ja?“ „Das ist wirklich ein sehr schlechter Witz.“ „Das ist ja der Sinn der Seite.“ Frau K streckte ihre Hand aus. „iPad.“ Tim gab es ab. Sie ging nach vorne und legte es auf den Tisch zu den anderen eingesammelten Geräten. Dann begann sie wieder mit dem Unterricht. „Heute sprechen wir über Zellatmung.“ Die Klasse stöhnte. Doch plötzlich hörte man von vorne ein leises Kichern. Die Klasse schaute nach vorne. Frau K saß am Lehrerpult. Sie hatte Tims iPad in der Hand. Und sie las weiter auf schlechtewitze.com. Sie murmelte: „Warum ging der Pilz auf die Party? Weil er ein Champignon ist.“ Sie musste lachen. Die ganze Klasse war komplett still. Lukas flüsterte: „Hat sie gerade… über einen Pilzwitz gelacht?“ Anna nickte langsam. Frau K bemerkte plötzlich die Blicke der Klasse. Sie räusperte sich. „Ähm.“ Sie legte das iPad schnell weg. „Also… zurück zur Zellatmung.“ Kurze Pause. Dann sagte sie: „Aber… der Champignon-Witz war tatsächlich ganz gut.“ Die Klasse brach in Gelächter aus. Das echte Leben von Frau K Was die 8d nicht wusste: Frau Ks Leben außerhalb der Schule war ziemlich… normal. Vielleicht sogar zu normal. Sie wohnte in einer kleinen Wohnung mit: • einer Pflanze, die immer halb tot aussah • einem Regal voller Biologie-Bücher • und ungefähr 37 roten Korrekturstiften Nach der Schule machte sie meistens drei Dinge: 1. Arbeiten korrigieren 2. Tee trinken 3. aus Versehen zu lange im Internet bleiben Eines Abends öffnete sie wieder schlechtewitze.com. Sie dachte: Nur kurz. Das dachte sie jeden Abend. Sie klickte auf einen Witz. Dann noch einen. Dann noch einen. Man konnte auf der Seite auch Witze bewerten. Und irgendwann schrieb sie unter einen Witz: „Das ist der schlechteste Witz, den ich je gelesen habe.“ Zwei Minuten später kam eine Antwort.
Fritte2012®️
Von einem Benutzer namens Matthias. „Danke. Genau das ist das Ziel der Seite.“ Frau K schrieb zurück: „Dann machen Sie Ihren Job sehr gut.“ Matthias antwortete wieder: „Ich betreibe die Seite seit 6 Jahren. Schlechte Witze sind meine Leidenschaft.“ Frau K fand das… erstaunlich interessant. Nicht romantisch. Nicht kitschig. Einfach komisch. Also schrieben sie manchmal. Über Witze. Über Schule. Über seltsame Dinge im Internet. Matthias erzählte, dass er die Seite alleine betreibt. Server, Design, alles. Frau K erzählte von ihrer Klasse. Vor allem von der 8d. Matthias schrieb einmal: „Ihre Schüler sind wahrscheinlich die größte Werbekampagne meiner Seite.“ Die seltsame Einladung Nach ein paar Wochen schrieb Matthias: „Ich mache bald ein kleines Treffen für Leute, die die Seite mögen.“ Frau K fand das erstmal merkwürdig. Wer trifft sich freiwillig wegen schlechter Witze? Aber sie war neugierig. Und ihr Leben war ehrlich gesagt gerade nicht besonders spannend. Also ging sie hin. Das Treffen war in einem kleinen Café. Matthias war… ziemlich normal. Vielleicht sogar zu normal. Er war Anfang dreißig, trug einen Hoodie und redete sehr viel über Internetseiten. Sie redeten über: • Schule • dumme Witze • warum Menschen über schlechte Witze lachen Alles wirkte irgendwie harmlos. Aber irgendetwas war auch… seltsam. Matthias wusste plötzlich sehr viel über Frau K. Mehr als sie gedacht hatte. „Du unterrichtest doch die 8d, oder?“ Frau K runzelte die Stirn. „Das habe ich glaube ich nie geschrieben.“ Matthias lächelte nur. „Man findet vieles im Internet.“ Das Gespräch wurde danach etwas komisch. Das Ende Ein paar Wochen später kam Frau K nicht mehr zur Schule. Die 8d fand das zuerst natürlich großartig. „Vertretungsstunden!“ „Kein Unterricht!“ Doch nach ein paar Tagen wurde es merkwürdig. Niemand wusste genau, warum sie fehlte. Dann hörte man irgendwann ein Gerücht. Die Polizei untersuchte etwas. Irgendwas hatte mit Matthias zu tun. Mit der Webseite. Und mit jemandem, der viel zu viel über andere Leute wusste. Die Seite schlechtewitze.com existierte übrigens kurze Zeit später nicht mehr. Einfach weg. Offline. Und Frau K… war für immer verschwunden. Seitdem öffnet niemand in der 8d mehr heimlich Webseiten im Unterricht. Aber manchmal sagt jemand: „Warum ging der Pilz auf die Party?“ Und die Antwort kommt automatisch: „Weil er ein Champignon ist.“ Dann wird es kurz still. Und alle merkten manche dinge im internet sind einfach zu gefährlich...
Gummibääääär
Und sie ist auf meinem Hintergrundbild zu finden.
Fritte2012®️
Crazy und ich bin in ihrer Klasse
MATS
Wir haben ihr letztens erzählt dass sie hier jetzt ein kleiner „Running Gag“ ist.
Fritte2012®️
ja
Gummibääääär
Interessant.
Keks503
whoa, der letzte Paragraph hat mich eiskalt erwischt… Ich dachte, das werde eine normale Romanze T-T
Fritte2012®️
frau K auch...
Keks503
XD